"Wende Dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter Dich."
Diesen Spruch hat mir mal ein Grundschullehrer in mein Poesie-Album geschrieben. Toller Spruch, oder?
Er besagt, wenn ich mich auf die guten Dinge konzentriere und mich den positiven Dingen zuwende, dann bleiben die negativen Dinge fern von mir.
Schöner Spruch.
Ich lebe in Hamburg. Gefühlt erlebe ich etwa 75% aller Tage im Jahr mit Regenwolken über mir. Wenn ich also mein Gesicht der Sonne zuwenden wollen würde, dann müsste ich manchmal lange suchen.
Jetzt stelle ich mir vor, dass ich mich in meinem Leben nur noch auf die sonnigen Momente konzentriere. Zum einen würde ich wirklich viele Tage in meinem Leben mit geschlossenen Augen durch die Welt laufen müssen ;)
Zum anderen würde das ständige In-Die-Sonne-Starren ein paar Probleme mit sich bringen.
Sicher würde ich viele tolle Dinge in der Sonne sehen: Fröhliche, nette Menschen, das Lob meines Vorgesetzten, die Erfolge die ich erlebe.
Zum anderen würde das ständige In-Die-Sonne-Starren ein paar Probleme mit sich bringen.
Sicher würde ich viele tolle Dinge in der Sonne sehen: Fröhliche, nette Menschen, das Lob meines Vorgesetzten, die Erfolge die ich erlebe.
Doch je länger ich mich in der Sonne aufhalte, umso kälter wird mir, wenn sich eine Wolke vor die Sonne schiebt. Wenn die fröhlichen Menschen plötzlich unfreundlich werden. Wenn mein Vorgesetzter Kritik hat. Wenn sich keine Erfolge mehr einstellen.
Oder aber ich verfluche jede kleine Wolke, die sich vor die Sonne schiebt. Auch wenn ich dringend mal eine Abkühlung nötig hätte: ich lehne jeglichen Schatten ab.
Im Schatten liegt die Erfahrung
Im Schatten liegt die Erfahrung
Ich liebe ja Metaphern, also gibt es hier eine kleine Exkursion in die Spiele-Welt:
Wer schon mal PC Rollenspiele gespielt hat, weiß, dass die glitzernden Schatztruhen in den dunklen Höhlen versteckt sind. Der weiß, dass diese Schatztruhen von fiesen Gegnern bewacht werden. Der weiß, dass das Besiegen (oder niedermetzeln) der Gegner Erfahrungspunkte bringt. Und diese Efahrungspunkte meinen Charakter stärker werden lassen und in der Schatztruhe sehr coole Gegenstände und Gold zu finden sind.
Wer den Schatten kennt, weiß, was er von ihm hat.
Die Kritik meines Vorgesetzten (solange sie konstruktiv ist) bringt mich weiter. Der Misserfolg lehrt mich. Die nicht immer fröhlichen Menschen offenbaren mir ihre Facetten und ich lerne sie besser kennen.
Die dunklen Stunden bringen mich zu großen Schätzen: Zu wertvollen Erkenntnissen und maßgeblichen Erfahrungen.
Die Kritik meines Vorgesetzten (solange sie konstruktiv ist) bringt mich weiter. Der Misserfolg lehrt mich. Die nicht immer fröhlichen Menschen offenbaren mir ihre Facetten und ich lerne sie besser kennen.
Die dunklen Stunden bringen mich zu großen Schätzen: Zu wertvollen Erkenntnissen und maßgeblichen Erfahrungen.
Solange ich mich ausschließlich der Sonne zuwende bin ich für die Schätze, die im Dunkeln lauern, blind.
Wir glauben, allein in unseren positiven Gedanken liegen die guten Momente. Ich hingegen glaube, unsere Angst vor der Dunkelheit blockiert uns und verwehrt uns den Weg zu vollständigem Glück.
So wende ich mein Gesicht dem Schatten zu, dann fallen die Illusionen hinter mich - und ich entdecke eine völlig neue, wunderbare Welt.
-Ingamie-

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