Dienstag, 1. März 2016

Helga am Bratwurststand


"Leck mich fett!" rief Helga aus, als sie die neue Bratwurst an Pelles Bratwurststand entdeckte. Fett und triefend und wirklich sehr sehr groß wurde sie auf dem heißen, rauchenden Rost präsentiert und Helga leckte sich eifrig die Lippen. Die musste sie haben. Die und keine andere sollte es sein.

"Pelle, du Schnuckiputzi" begann sie mit einem fröhlichen Flirt und zwinkerte sehr eifrig und doll mit ihren Augen, bis sie ein bisschen weh taten. Doch Pelle reagierte nicht. Er war gerade in ein Gespräch verwickelt, das, wie Helga vermutete, ihn etwas nervös machte. Denn er wischte sich ständig seine schmutzüberzogenen Warzenfinger an seiner fettigen Schürze ab und wackelte mit seinem ausladenden Hintern. Die Person, mit der Pelle sprach, konnte Helga nicht sehen. 

Sie schlug sich kräftig mit ihrer Handfläche gegen die Stirn dass es klatschte. Natürlich! Er sprach mit Kudelnudelschmudel, seinem imaginären Chef. Pelle sprach recht häufig mit seinem Chef und Helga konnte diesen nicht ausstehen. Auch wenn sie ihn weder sehen noch hören konnte, fand sie, dass er hässlich war und eine unangenehme Stimme hatte. "Mistkerl" flüsterte sie.

Da wurde es Helga augenblicklich bewusst: Die Bratwurst würde nicht ihre werden. Sie schniefte laut in ihr imaginäres Taschentuch und wunderte sich noch kurz, warum sich die etepetete Dame vor ihr angewidert zu ihr umdrehte und einen großen Schleimschlotz aus ihren Haaren zog. 


Doch mit Nebensächlichkeiten wollte sich Helga jetzt nicht mehr aufhalten. Die Bratwurst war verloren und ihr Flirt hatte Pelle auch gar nicht interessiert. So stolzierte sie, ihren Fettbauch empört schwenkend, Richtung Kinderplanschbecken. Dort saß Ludwig bereits mittendrin und zeigte Kindern, wie man am effektivsten unterging. Helga bewunderte ihn heftig! Er hatte wirklich super Tipps, wie z.B. die Schwimmflügen zerstechen oder einfach mal den Kopf unter Wasser halten. Ei, der Ludwig war schon einer! Er war ihr ältester Freund! 3 Stunden kannten sie sich bereits und Helga hatte ihm all ihre Geheimnisse anvertraut.

"Helga!" rief er. "Komm doch zu mir!" Doch Helga zierte sich. Sie drehte sich links und sie drehte sich rechts, strich sich durch ihr spärliches Haar, übte ihr mädchenhaftes Grunzen und holte sich eine ihrer Würste für zwischendurch aus der Bikinihose und biss herzhaft hinein.

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