Es ist an der Zeit, dass ich hier etwas schreibe.
Es ist schwer für mich zu schreiben. Obwohl ich das Schreiben liebe, denke ich ständig darüber nach, ob das, was ich schreibe, gut genug ist.
Denn in mir drin tobt ein ständiger Vergleich. Ist es das malen, das schreiben, das reiten, der Job oder das Leben an sich.
Ich bin ein Spätentwickler. Und ich kann mich so gar nicht festlegen, was für ein Typ Mensch ich eigentlich bin. Denn das ändert sich ständig. Mal bin ich introvertiert, mal extrovertiert. Mal bin ich ein Sonnenschein, dann wieder ein zynisches Miststück.
Ich kann eine gute Freundin sein aber auch eine Person, die man lieber meidet. In mir drin spielen die Gegensätze und es ist gar nicht so leicht, mit ihnen im Einklang zu leben.
Während ich hier also an einem Sonntag Vormittag im Bett gammel, Laptop auf dem Schoß und versuche, hier etwas niederzuschreiben frage ich mich gleichzeitig, ob das nicht ziemlich lame ist. Und wahrscheinlich ist es das auch. Aber dennoch möchte ich jetzt einfach mal schreiben. Ob es jemanden interessiert oder nicht.
Der Auslöser dafür ist ein Thema, das mich immer wieder beschäftigt und einholt: Heiraten und Kinder bekommen. Ich bin 30 und seit 3 Jahren mit meinem Freund zusammen. Ja, wir wollen mal heiraten und ja, wir wollen mal ein Kind oder mehrere haben. Ja, irgendwann mal. Aber wann? Das ist eine wahnsinnig gute Frage.
Meine Schwestern (älter und jünger als ich) sind, bzw waren bereits verheiratet und haben Kinder.
Meine beste Freundin hat ein Kind. Meine Cousine hat schon drei! :)
Und ich? Ich gammel im Bett, frage mich, ob ich heute noch zu meinem Pferd fahre, überlege, ob ich vielleicht ein Freundschaftsband bastel, weil ich mir gerade Stickgarn gekauft habe und fühle mich immens unter Druck gesetzt die Ziele der Gesellschaft zu erreichen: Heiraten und Kinder bekommen.
Es nervt mich. Es nervt, dass Mütter sich über einen erheben. Kennt ihr diese Kommentare wie "das kann man erst wirklich verstehen wenn man Mutter ist" oder "echte, wahre Liebe kann man nur empfinden wenn man ein Baby hat"? Die Gesellschaft der Verheirateten und Mütter schließen die anderen aus. Die Spätentwickler. So wie sie einen schon in der Schule ausgeschlossen haben, wenn man mit 12 noch keinen Freund hatte.
Und damit meine ich nicht alle Mütter. Es gibt, soweit ich das beurteilen kann, zwei Typen: Die Mütter, die in ihrem Leben erst einen Sinn gefunden haben, seit sie ein sabberndes etwas im Arm tragen und die Mütter, die es neben den Kindern schaffen, ein eigenes Leben zu führen. Und dieser zweite Typ Mutter ist echt speziell. Die Kinder sind meist nicht ganz so gut entwickelt wie die der Bilderbuch-Mamis und diese Mütter sind ganz schön oft echt gestresst. Weil sie neben dem Leben des Kindes und dem Leben des Partners auch noch ihr eigenes Leben leben.
Sind nicht gerade die positivsten Beispiele oder?
Versteht mich nicht falsch. Da steht keiner mit der Uhr in der Hand und sagt mir "bekomm mal langsam ein Kind". Das macht niemand. Aber da sind ganz viele, die bekommen Kinder und sind jünger als ich und haben ihr Leben schon fertig. Machen den Deckel drauf, erreichen ihre Ziele. Und so lange die das tun und in ihrem Leben von Ziel zu Ziel springen und nicht wie ich planlos durch die Gegend schwirren fühle ich mich minderwertig. Wie ein Loser.
Dabei pupse ich in meine Kissen, beobachte meinen Freund beim Netflix glotzen und schau mir coole Videos von tollen Pferdetrainern an. Und vielleicht mach ich noch ein Freundschaftsband. Oder schreibe was. Oder male vielleicht ein Bild. Oder schaue selber Netflix. Oder mach mir eine bunte mit Garn umwickelte Haarsträhne. Oder bleibe einfach den Rest des Tages liegen.
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